Zeitarbeit oder Personalvermittlung

Zeitarbeit oder Personalvermittlung: Was kostet Sie eine Pflegestelle wirklich?

Eine Pflegefachkraft über Zeitarbeit kostet eine Einrichtung heute rund 8.000 bis 10.000 Euro im Monat. Dieselbe Fachkraft in Festanstellung kostet bei 4.000 Euro brutto etwa 5.000 Euro — inklusive aller Arbeitgeberanteile.


Eine Vermittlung hat sich damit meist nach zwei bis drei Monaten bezahlt gemacht. Wer eine Stelle ein Jahr lang über Zeitarbeit besetzt, zahlt am Ende rund das Vierfache dessen, was die einmalige Besetzung gekostet hätte.



Die meisten Einrichtungen wissen das nicht. Sie sehen die monatliche Rechnung — aber sie rechnen sie nie hoch.

Was kostet eine Pflegefachkraft in der Zeitarbeit?

Zeitarbeitsfirmen rechnen mit einem Faktor auf den Bruttolohn. Früher lag der bei 1,6 bis 1,9. Heute sind 2,0 bis 2,4 üblich.



Auf den Monat gerechnet heißt das: Wo Sie für eine festangestellte Pflegefachkraft rund 5.000 Euro aufwenden (inkl. Arbeitgeberanteile), zahlen Sie über die Zeitarbeit 8.000 bis 10.000 Euro. Bei 8.000 Euro liegen Sie bereits im günstigen Bereich.

Warum ist Zeitarbeit so viel teurer geworden?

Der Fachkräftemangel hat die Gehälter in der Pflege insgesamt steigen lassen. Zeitarbeitsfirmen müssen attraktive Konditionen bieten, um überhaupt Personal zu finden — und geben diese Kosten weiter.



Das Ergebnis: Der Faktor ist in wenigen Jahren um rund ein Drittel gestiegen. Nach unserer Einschätzung wird sich das die kommenden Jahre nicht entspannen.

Was kostet eine Personalvermittlung?

Marktüblich sind 21 bis 25 Prozent des Jahresbruttogehalts. Einmalig, fällig bei erfolgreicher Besetzung.


Nach unten und oben gibt es Ausreißer. Unter 20 Prozent finden Sie vereinzelt Anbieter, die dafür weniger leisten — weniger Vorauswahl, weniger Begleitung, oft kaum mehr als eine Weiterleitung von Lebensläufen. Im oberen Bereich sind bis zu 30 Prozent üblich, etwa bei Führungspositionen oder sehr speziellen Profilen.



Ein reiner Prozentvergleich führt trotzdem in die Irre. Entscheidend ist, wie schnell und wie zuverlässig tatsächlich besetzt wird. Denn jeder Monat, in dem die Stelle weiter über Zeitarbeit läuft, kostet Sie 3.000 bis 5.000 Euro zusätzlich. Ein günstigerer Prozentsatz, der ein halbes Jahr braucht, ist am Ende die teurere Entscheidung.

Ab wann rechnet sich die Vermittlung?

Meist nach zwei bis drei Monaten — häufig schon nach zwei.

Die Rechnung an einem Beispiel: Eine Pflegefachkraft mit 4.000 Euro brutto kostet Sie fest angestellt rund 5.000 Euro im Monat. Über Zeitarbeit sind es 8.000 bis 10.000 Euro. Die Mehrkosten liegen damit bei 3.000 bis 5.000 Euro monatlich.


Die Vermittlung derselben Kraft liegt bei marktüblichen Konditionen zwischen 8.000 und 11.000 Euro. Einmalig. Diesen Betrag haben Sie über die Zeitarbeit nach zwei bis drei Monaten erreicht.


Alles danach ist Verlust. Über zwölf Monate summieren sich die Mehrkosten auf 36.000 bis 60.000 Euro — dafür hätten Sie die Stelle drei- bis sechsmal besetzen lassen können.



Sie dürfen eine Leiharbeitskraft nach einem Jahr übernehmen. Bis dahin haben Sie diesen Betrag aber längst bezahlt.

Was die Rechnung nicht zeigt: die Wirkung auf Ihr Team

Diesen Punkt hören wir in Gesprächen häufiger als jeden anderen.


Leiharbeitskräfte arbeiten zu anderen Bedingungen. Sie können Dienste ablehnen, die Ihre Festangestellten übernehmen müssen — Nachtschichten, Wochenenden, kurzfristige Einsätze. Das liegt nicht an den Menschen, sondern am System dahinter.


Für Ihr Stammpersonal entsteht daraus ein Gefühl von Zweiklassigkeit: Wer bleibt, bekommt die unbeliebten Dienste. Wer über die Zeitarbeit kommt, kann wählen — und verdient dabei oft nicht weniger.



Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Einrichtungen aus der Dauer-Zeitarbeit heraus wollen. Nicht wegen der Rechnung, sondern weil die eigenen Leute gehen.

Wann Zeitarbeit die richtige Wahl ist

Für das, wofür sie gedacht war: Urlaubsspitzen, Krankheitswellen, Mutterschutz- und Elternzeitvertretungen.



Wenn Sie eine Lücke von wenigen Wochen überbrücken müssen, ist Zeitarbeit sinnvoll und ihr Preis gerechtfertigt. Teuer wird sie erst, wenn aus der Überbrückung ein Dauerzustand wird.

Wo die Vermittlung ihre Grenzen hat

Sie ist nicht schnell genug für den akuten Notfall.

Eine Leiharbeitskraft kann kommende Woche da sein. Eine Vermittlung braucht Suche, Gespräche und Kündigungsfrist — realistisch ein bis drei Monate bis zum ersten Arbeitstag.



Wer morgen jemanden im Dienstplan braucht, wird über eine Vermittlung nicht fündig. Wer eine Stelle dauerhaft besetzen will, fährt damit deutlich günstiger.

Häufige Fragen

  • Wie hoch ist der Faktor bei Zeitarbeit in der Pflege?

    Üblicherweise das 2,0- bis 2,4-Fache des Bruttolohns. Vor einigen Jahren lag er noch bei 1,6 bis 1,9.

  • Was kostet eine Personalvermittlung in der Pflege?

    Marktüblich sind 21 bis 25 Prozent des Jahresbruttogehalts, einmalig bei erfolgreicher Besetzung.

  • Ab wann ist eine Vermittlung günstiger als Zeitarbeit?

    Meist nach zwei bis drei Monaten. Danach sparen Sie mit jeder weiteren Woche.

  • Kann ich eine Leiharbeitskraft übernehmen?

    Ja, nach einem Jahr. Bis dahin haben Sie allerdings ein Vielfaches der Vermittlungskosten gezahlt.

  • Wie lange dauert eine Besetzung über Vermittlung?

    Bei uns durchschnittlich 3,5 Wochen bis zur Vertragsunterschrift. Der Arbeitsbeginn hängt dann an der Kündigungsfrist.

  • Bekomme ich kurzfristig jemanden?

    In Ausnahmefällen ja — unsere schnellste Besetzung lag bei drei Tagen. Planen sollten Sie mit ein bis drei Monaten.

Rechnen Sie gerne einmal nach, was Ihre über Zeitarbeit besetzten Stellen im Jahr kosten. In den meisten Gesprächen ist genau diese Zahl der Moment, in dem es klick macht.



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