Therapeut*innen finden und halten

Therapeut*innen finden und halten — Physio, Ergo, Logopädie

Therapeuten*innen zu gewinnen ist schwer geworden, aber nicht überall gleich. Am schwierigsten ist es in der Logopädie, dann folgt die Ergotherapie, am ehesten gelingt es noch in der Physiotherapie.



Was viele Arbeitgeber überrascht: Die meisten Besetzungen scheitern nicht am Gehalt und nicht am leergefegten Markt. Sie scheitern daran, dass zu langsam entschieden wird.

Der häufigste Fehler: zu langsame Rückmeldung

Eine gute Physiotherapeutin ruft drei Häuser an und hat am Ende vier Angebote auf dem Tisch. Wer sich eine Woche Zeit für die Rückmeldung nimmt, ist zu diesem Zeitpunkt längst raus.


Die Arbeitgeber, die ihre Stellen zuverlässig besetzen, machen es anders: Der Kandidat kann am nächsten Tag zum Gespräch kommen. Am selben Tag bekommt er den Arbeitsvertrag ausgedruckt mit nach Hause. Am Tag darauf ist unterschrieben.


Das klingt schnell — und ist es auch. Aber es ist der Unterschied zwischen einer besetzten und einer offenen Stelle. Wer intern drei Freigabeschleifen braucht, sollte diese Abläufe zuerst anfassen, bevor er über Anzeigen und Budgets nachdenkt.


Und wer denkt, das gehe nur in kleinen Einzelpraxen: Wir erleben das genauso bei großen Kliniken. Dort dauert es dann einen Tag länger — nach zwei Tagen ist der Arbeitsvertrag unterschrieben.

Wie lange dauert eine Besetzung realistisch?

Bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn, inklusive Kündigungsfrist:


  • Physiotherapie: ein bis drei Monate, je nach Standort
  • Ergotherapie: zwei bis vier Monate
  • Logopädie: zwei bis sechs Monate


Wer eine Stelle zum Quartalsanfang besetzt haben will, sollte in der Logopädie ein halbes Jahr vorher anfangen. Das ist die Zahl, die in der Planung am häufigsten fehlt.


Wenn es schneller gehen muss, gibt es in der Physiotherapie unsere Expressvermittlung.

Warum Therapeuten wechseln

Die Gründe unterscheiden sich je nach Beruf deutlicher, als man denkt.


In der Physiotherapie stehen Gehalt und Arbeitszeiten oft im Vordergrund — vor allem unregelmäßige Zeiten und unbezahlte Leerläufe, wenn Termine kurzfristig abgesagt werden. Wer diese Lücken auffängt, hat gegenüber vielen Mitbewerbern sofort ein Argument.


In der Ergotherapie kommt zum Gehalt vor allem fehlender fachlicher Spielraum dazu. Ergotherapeut*innen wollen ihre Arbeit gestalten können und nicht nur ein festes Programm abarbeiten.


In der Logopädie sind es Gehalt und Arbeitszeiten — wobei damit selten die Stundenlage gemeint ist, die ist in der Logopädie ohnehin besser als in der Physiotherapie beispielsweise. Gemeint ist Flexibilität: Wie frei darf jemand seine Termine legen, und darf er eigenverantwortlich mit seinen Klienten planen?

Was Therapeuten hält

Aus den Gesprächen, die wir mit Wechselwilligen führen, kommen immer wieder dieselben fünf Punkte:


Ein Team, das zusammenhält. Der mit Abstand häufigste Grund zu bleiben — und der, den Geld am wenigsten ersetzen kann.


Eigene Ideen einbringen dürfen. Und zwar so, dass auch etwas daraus wird. Wer dreimal einen Vorschlag macht und dreimal nichts passiert, hört auf zu fragen und fängt an nach Verwirklichung zu suchen.


Interne Weiterbildung. Nicht als Versprechen im Bewerbungsgespräch, sondern als etwas, das tatsächlich stattfindet (optimalerweise mit konkreter Planung oder einem internen Weiterbildungsplan der für alle gleichermaßen zugänglich ist).


Spürbare Entwicklung. Das Gefühl, in zwei Jahren fachlich weiter zu sein als heute — und einen Arbeitgeber zu haben, der das aktiv unterstützt.


Ein Gehalt, das mitwächst. Nicht der höchste Satz am Markt, aber eine regelmäßige Anpassung, ohne dass man darum kämpfen muss (optimalerweise fair und transparent).

Internationale Therapeuten — Chance mit Fallstricken

Gerade in der Physiotherapie kommen viele qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland, die ihre Anerkennung erfolgreich abschließen. Das ist ein realer Weg aus dem Engpass.


Er hat allerdings Tücken, die man kennen muss. Bei Anerkennungsverfahren und aufenthaltsrechtlichen Vorgaben passieren häufig Fehler: Unterlagen fehlen, Einwilligungen sind nicht sauber eingeholt, das Visum ist nicht passend ausgestellt.



Besonders häufig übersehen: Ein Visum muss je nach Konstellation nach einem Jahr verlängert werden — und zwar rechtzeitig. Wer das erst kurz vor Ablauf bemerkt, riskiert, dass die Fachkraft vorübergehend nicht arbeiten darf.


Deshalb sollte hier jemand mit Erfahrung draufschauen, der die Fristen im Blick behält.

Dozenten*innen für Therapie- und Pflegeberufe

Wer selbst ausbildet, kennt das Problem: Ohne Lehrkräfte kann kein Kurs starten.

Die Suche nach Dozenten läuft im Kern ähnlich wie die nach Therapeuten — mit zwei Besonderheiten.

Erstens die formalen Anforderungen. Wer unterrichten darf, ist teilweise von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Wer hier nicht genau hinschaut, führt Gespräche mit Kandidaten, die am Ende gar nicht eingesetzt werden dürfen.

Zweitens, und das ist der eigentliche Engpass: Dozentenstellen sind häufig nicht besser bezahlt als die entsprechende Stelle in der Praxis, manchmal sogar schlechter. Wer aus der Therapie in die Lehre wechselt, tut das also selten wegen des Geldes.

Umso wichtiger ist, was Sie sonst zu bieten haben — planbare Arbeitszeiten, keine Abend- oder Wochenenddienste, die Möglichkeit, Fachwissen weiterzugeben und die eigene Berufsgruppe zu prägen. Diese Argumente müssen im Gespräch vorkommen, sonst entscheidet der Kandidat nach dem Gehalt. Und dann bleibt er in der Praxis.

Wir vermitteln Dozenten für Therapie- und Pflegeberufe in Festanstellung.

Häufige Fragen

  • In welchem Therapieberuf ist die Besetzung am schwierigsten?

    In der Logopädie, gefolgt von der Ergotherapie. In der Physiotherapie gelingt es am ehesten.

  • Wie lange dauert es, bis ein Therapeut / eine Therapeutin anfangen kann?

    Physiotherapie ein bis drei Monate, Ergotherapie zwei bis vier, Logopädie zwei bis sechs — jeweils bis zum ersten Arbeitstag.


    Wenn es schneller gehen muss, gibt es unsere Expressvermittlung.

  • Warum bekommen wir keine Bewerbungen auf unsere Therapeutenstelle?

    Häufig liegt es nicht an der Anzeige, sondern an der Reaktionszeit danach. Wer länger als zwei, drei Tage für eine Rückmeldung braucht, verliert gute Kandidaten an schnellere Arbeitgeber.

  • Ist das Gehalt der wichtigste Faktor?

    Beim Wechsel spielt es fast immer eine Rolle. Beim Bleiben ist das Team wichtiger.

  • Lohnen sich internationale Therapeuten?

    Ja, besonders in der Physiotherapie. Voraussetzung ist, dass Anerkennung und Aufenthaltsrecht sauber begleitet werden.

  • Für welche Einrichtungen vermitteln Sie Therapeuten?

    Für Kliniken, Rehakliniken, Therapiezentren, Praxen, Pflegeeinrichtungen und Schulen/Weiterbildungszentren gleichermaßen.

  • Vermitteln Sie auch Dozentinnen und Dozenten?

    Ja, für Therapie-, Medizin- und Pflegeberufe in Festanstellung. Zu beachten sind dabei die formalen Vorgaben, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Sie suchen gerade einen Therapeuten und kommen nicht weiter? Schildern Sie uns Ihre Situation — wir schauen uns das gemeinsam an.

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