Gehälter in Pflege und Therapie 2026

Was Sie zahlen müssen, um eine Fachkraft zu bekommen

Die meisten Gehaltsübersichten beantworten die Frage, was jemand verdient. Für Sie ist eine andere Frage entscheidend: Was müssen Sie bieten, damit sich überhaupt jemand meldet?


Das ist nicht dasselbe. Die Zahlen unten stammen aus unseren eigenen Besetzungen — also aus Verträgen, die tatsächlich zustande gekommen sind.


Stand 2026. Alle Angaben brutto pro Monat bei Vollzeit, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ohne Benefits.

Gehaltsbandbreiten 2026

Was wir 2026 tatsächlich gezahlt sehen

Die folgenden Werte stammen aus unseren eigenen Besetzungen im Jahr 2026 — also aus Verträgen, die zustande gekommen sind. Es sind Neueinstellungen, keine Bestandsgehälter.


Alle Angaben brutto pro Monat bei Vollzeit, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld:


  • Pflegefachkraft: 3.900 bis 4.800 Euro
    Der untere Wert stammt aus einer Besetzung in Ostdeutschland, der obere aus Norddeutschland — und zwar für eine Stelle ohne Leitungsfunktion.
  • Physiotherapie: 4.200 bis 4.700 Euro
  • Ergotherapie: 4.400 bis 4.900 Euro
  • Logopädie: 4.000 bis 4.800 Euro


Was jemanden innerhalb dieser Spanne nach oben bewegt, sind Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen — allerdings nur solche, die Sie auch tatsächlich brauchen. Eine Spezialisierung, die in Ihrem Haus nicht zum Einsatz kommt, ist für die Einstufung meistens unberücksichtigt.

Der Punkt, den fast alle unterschätzen: Neueinstellungen kosten mehr

Eine Neueinstellung liegt heute 20 bis 25 Prozent über dem, was eine vergleichbare Kraft verdient, die seit Jahren im Haus ist. Das ist kein Verhandlungsspielraum, sondern der aktuelle Marktpreis.


Daraus folgen zwei Dinge.


Wer sich beim Ausschreiben am eigenen Gehaltsgefüge orientiert, bekommt keine Bewerbungen. Nicht wenige, nicht schwache — gar keine.


Und wer langjährige Mitarbeiter deutlich unter diesem Niveau beschäftigt, hat sie schneller auf dem Markt, als ihm lieb ist.

Regional gilt nicht mehr, was früher galt

Das Ost-West-Gefälle in Deutschland gibt es weiterhin. Am oberen Ende liegt Bayern, danach folgen Hamburg und Baden-Württemberg.


Deutlich wichtiger ist aber eine Entwicklung, die viele noch nicht auf dem Schirm haben: Innerhalb von Ballungsräumen gibt es kaum noch ein Gefälle.


Eine Praxis 30 Kilometer außerhalb von Hamburg muss heute nahezu dieselben Gehälter zahlen wie eine Praxis in der Innenstadt. Vor zehn Jahren war das anders.


Der Grund liegt beim Wohnen. Fachkräfte können sich die Innenstadt nicht mehr leisten und wohnen ohnehin im Umland. Für sie ist die Praxis in der Stadt genauso erreichbar wie die vor Ort — beides bedeutet Pendeln. Damit konkurrieren Sie als Arbeitgeber im Umland direkt mit den Häusern in der Stadt, ohne deren Gehaltsniveau bieten zu wollen.


Wer im Speckgürtel einer Großstadt sucht und mit Landgehältern kalkuliert, sucht vergeblich.

Der häufigste Fehler: die Spanne zu eng ansetzen

Viele Einrichtungen schreiben eine Gehaltsspanne aus, die nur den unteren Teil dessen abdeckt, was sie tatsächlich zahlen würden.


Ein typisches Beispiel: Man rechnet ohnehin nicht damit, jemanden mit 20 Jahren Erfahrung zu finden — also schreibt man 4.000 bis 4.400 Euro aus. Zahlen würde man einer erfahrenen Kraft aber 5.000.


Damit schließen Sie genau die Menschen aus, die Sie am dringendsten suchen. Wer 20 Jahre Erfahrung hat, liest die 4.400 und klickt weiter.


Richtig wäre: 4.000 bis 5.000. Eine breite Spanne kostet Sie nichts, öffnet aber die Tür für Bewerbungen, die sonst nie gekommen wären.

Psychologische Grenzen beachten

Wenn Ihr Einstiegsgehalt bei 3.900 Euro liegt, stellen Sie sich eine Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand tatsächlich für exakt 3.900 unterschreibt — und nicht 4.000 heraushandelt?


Wenn Sie ohnehin nachgeben würden, schreiben Sie gleich 4.000 aus. Der Unterschied kostet Sie 100 Euro und bringt Ihnen spürbar mehr Bewerbungen, weil die Zahl über einer Schwelle liegt, auf die Menschen achten.

Was Sie neben dem Gehalt bieten können

Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden inzwischen fast überall gezahlt. Dasselbe gilt für Zuschüsse zum Deutschlandticket oder E-Bike-Leasing. Diese Leistungen sind kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern Standard.


Wirklich zieht etwas anderes: Arbeitszeiten.


Kandidaten sagen heute fast nie für weniger Geld zu. Wenn doch, dann aus zwei Gründen — der Arbeitsweg ist kürzer und spart konkret Geld, oder die Arbeitszeiten sind deutlich besser.


Was in Gesprächen zieht: keine Spätdienste bis 20 Uhr. Nur ein oder zwei Schichten statt drei. Feste Schichten statt rotierendem Wechsel. Eine garantierte Anzahl freier Wochenenden. Oder auch die Möglichkeit, ausschließlich nachts zu arbeiten.


Und ein verbreiteter Irrtum dazu: Es sind nicht nur die Jüngeren, die darauf achten. Gerade erfahrene Fachkräfte legen großen Wert auf planbare Arbeitszeiten. Wer dort etwas anbieten kann, punktet bei genau der Gruppe, die am schwersten zu bekommen ist.

Gehalt gewinnt Mitarbeiter, Behandlung behält sie

Ein Punkt, der auf einer Gehaltsseite vielleicht überrascht, aber wichtig ist: Ein gutes Gehalt und attraktive Benefits bringen Menschen zu Ihnen. Sie halten sie aber nicht.


Ob jemand bleibt, entscheidet sich daran, wie er behandelt wird und ob er sich einbringen kann. Wer Vorschläge macht und dreimal erlebt, dass nichts passiert, hört auf zu fragen — und fängt an zu suchen. Auch bei gutem Gehalt.

Häufige Fragen

  • Was verdient eine Pflegefachkraft bei einer Neueinstellung?

    In unseren Besetzungen 2026 zwischen 3.900 und 4.800 Euro brutto im Monat bei Vollzeit — je nach Region und Erfahrung, ohne Leitungsfunktion.

  • Was verdient eine Physiotherapeut*in?

    Zwischen 4.200 und 4.700 Euro brutto bei Vollzeit.

  • Was verdienen Ergotherapeuten und Logopäden?

    Ergotherapie 4.400 bis 4.900 Euro, Logopädie 4.000 bis 4.800 Euro brutto bei Vollzeit.

  • Warum bekommen wir keine Bewerbungen, obwohl unser Gehalt im Rahmen liegt?

    Häufig ist die ausgeschriebene Spanne zu eng oder orientiert sich am eigenen Bestandsgefüge. Eine Neueinstellung liegt heute 20 bis 25 Prozent darüber.

  • Zahlen wir auf dem Land weniger?

    Im Umland von Großstädten kaum noch. Dort konkurrieren Sie direkt mit den Häusern in der Stadt, weil Fachkräfte ohnehin pendeln.

  • Kann ich mit Benefits ein niedrigeres Gehalt ausgleichen?

    Selten. Was tatsächlich zieht, sind bessere Arbeitszeiten — feste Schichten, freie Wochenenden, kein Spätdienst.

  • Wie aktuell sind diese Zahlen?

    Sie stammen aus unseren Besetzungen im Jahr 2026 und werden jährlich aktualisiert.

Sie wollen wissen, was in Ihrer Region tatsächlich gezahlt wird — oder was Sie für eine konkrete offene Stelle ansetzen sollten? Schreiben Sie uns kurz, um welche Position und welche Gegend es geht. Wir geben Ihnen eine Einschätzung aus unseren aktuellen Besetzungen.

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